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Die Geschichte hinter JournalTailor

Jede Buchung zählt. Nicht 999 von 1.000.Alle.

Mein Name ist Martin Koch. Ich habe die CloudDNA vor über zehn Jahren gegründet, sitze in Loipersdorf in der Thermenregion Südburgenland und habe mit meinem Team Bücher bei SAP Press geschrieben. JournalTailor ist entstanden, weil ich in SAP-Projekten zu oft gesehen habe, wie eine Eingangsrechnung den teuersten Weg durchs Haus nimmt – und am Ende trotzdem jemand fragt: „Woher kommt eigentlich diese Zahl?“

  1. Kapitel 1 · Der Feldweg

    Auf der Folie eine Autobahn. In der Buchhaltung ein Feldweg.

    In jedem größeren SAP-Projekt gibt es die eine Folie: Der Beleg kommt rein, wird gescannt, gelesen, freigegeben, gebucht, bezahlt. Pfeile von links nach rechts. In der Wirklichkeit wird abgetippt, weitergeleitet, per Mail nachgefragt, in einen Ordner gelegt, vergessen, gemahnt. Der Pfeil von links nach rechts ist in Wahrheit ein Kreis.

  2. Kapitel 2 · Drei Zielsysteme, ein Konzern

    SAP im Konzern, BMD in der Tochter, DATEV beim Steuerberater.

    Das ist im DACH-Mittelstand keine Ausnahme, das ist Alltag. Jeder Hersteller hat für seine Welt eine Vorstufe gebaut – für seine Welt. Wer mehr als ein Zielsystem hat, betreibt drei Eingangsstrecken, drei Freigabelogiken und drei Wahrheiten. JournalTailor ist die eine Vorstufe, die alle drei beliefert. Neutral, weil wir niemandem ein Ökosystem verkaufen müssen.

  3. Kapitel 3 · Die Regel

    KI liest mit. Entscheiden tut sie nicht.

    Seit 2023 kann Software Belege lesen, wie es vorher undenkbar war. Genau deshalb haben wir eine Grenze gezogen: Rechenweg, IBAN-Prüfung, Pflichtangaben und Autopilot-Stopps bleiben regelbasiert. Die KI schlägt vor und begründet. Der Mensch – oder eine nachvollziehbare Regel – entscheidet. Im Cockpit nennt man das: Automatik ja, aber mit der Hand am Hebel.

  4. Kapitel 4 · Gemessen, nicht geglaubt

    Wir schreiben kein „bis zu 90 %“ auf unsere Website.

    Wir messen an echten Belegen. Als wir einen Referenzsatz von 110 Rechnungen durchgerechnet haben, fiel auf: bei neun stand jede Position doppelt da. So etwas findet man nicht mit Marketing, sondern mit einer Subtraktion. Seitdem gilt für jede Prüfung im Produkt und für jede Behauptung auf dieser Website dasselbe: Fundstelle oder raus.

  5. Kapitel 5 · Das Wort aus der Praxis

    Rechnungen, die man „Mafia-Rechnungen“ nennt.

    Den Begriff haben nicht wir erfunden. So nennt man in der Buchhaltung die Belege, hinter denen jemand ans Geld will: die plötzlich neue Bankverbindung, der QR-Code, der woanders hinzahlt, die Rechnung, die in Wahrheit ein Angebot ist. Ihre gemeinsame Eigenschaft: Sie sehen völlig normal aus. Darum bleibt JournalTailor vor der Zahlung stehen und fragt. Die acht häufigsten Maschen →

  6. Kapitel 6 · Die Entscheidung

    Keine Buchung ohne Beleg. Kein Beleg ohne Fundstelle.

    Der erste Satz ist der älteste Grundsatz der Buchhaltung. Der zweite ist unser Versprechen: Jede Zahl, die JournalTailor liest, zeigt, wo sie im Beleg steht. Wir liefern es als Cloud-Dienst oder für dein eigenes Rechenzentrum – und wenn du gehen willst, nimmst du alles mit. Wer Neutralität verspricht, muss auch den Ausgang offen halten.

„Keine Buchung ohne Beleg. Kein Beleg ohne Fundstelle.“ Kein Slogan – ein Betriebsprinzip.

Warum ich das ernst nehme

Every life counts. Und daraus wird jetzt Software.

Bevor ich Software gebaut habe, habe ich zwei Berufe erlernt, in denen es keine 99,9 % gibt: Linienpilot bei Austrian Airlines und Fluglotse bei Austro Control. Die Aufnahmetests für beide gehören zu den schwersten der Welt – der DLR-Psycho-Test in Hamburg mit seiner Durchfallquote nördlich von 98 %, das mehrtägige Assessment bei Austro Control, in dem Menschen erfahren, wie belastbar sie wirklich sind, oft zum ersten Mal in ihrem Leben. Zehntausende bewerben sich, ein paar Dutzend kommen durch. Ich habe beide bestanden.

Bei MENSA bin ich obendrein – was, wenn ich ehrlich bin, weniger sagt als der Cockpit-Test. IQ misst, wie schnell jemand denkt. Der Cockpit-Test misst, wie ruhig jemand bleibt, wenn die Anzeige rechts oben schon fünf Sekunden lang etwas Falsches meldet und man es als Erster merken muss. In der Fliegerei ist das zweite die Größe, die zählt. Und in beiden Berufen überstrahlt ein Prinzip alles andere: Es zählt jedes Leben. Every life counts. Nicht 999 von 1.000. Alle.

Wenn du wissen willst, ob das eine Berufs-Pose oder ein Betriebssystem ist, ein kleines Detail: Als ich im Herbst 2025 nach dreißig Jahren Pause wieder mit Tennis begonnen habe, habe ich mir keinen Vereinstrainer aus dem Nachbardorf gesucht. Ich habe einen gefunden, der jahrzehntelang ATP-Top-10-Spieler betreut hat. Nicht, weil ich vorhabe, auf die Tour zurückzukehren. Sondern weil ich, wenn ich etwas ernst nehme, wissen will, wo mein Deckel wirklich ist – nicht, wo ihn ein durchschnittlicher Trainer vermuten würde. Business oder Privatleben: dieselbe Haltung.

In der Buchhaltung heißt das: Every entry counts. Nicht 999 von 1.000 Belegen richtig gebucht. Alle. Und wo wir uns nicht sicher sind, halten wir an und fragen – wie im Cockpit.

Zehn Jahre, ein Fischlokal, eine Umbenennung

Wie aus KSIC die CloudDNA wurde.

Ich habe die CloudDNA vor zehn Jahren gegründet – ursprünglich nicht unter diesem Namen. Ich kam damals von SAP, wo ich Jahre in einem der größten Softwarekonzerne der Welt verbracht hatte. Ein sicherer Hafen. Genau der Ort, den man nicht verlässt, wenn man Kinder, ein Haus und eine ernste Miene hat. Ich habe ihn trotzdem verlassen.

Am Anfang stand ein sperriger Name: die KSIC GmbH – Koch Security, Integration and Cloud Consulting. Vier Buchstaben, die niemand aussprechen konnte, mit einer Beschreibung, die alles und nichts sagte. Ich habe schnell gemerkt: Das war die zweite Sache, die man an einem SAP-Ausstieg nicht macht – sich einen Namen geben, der klingt wie ein Compliance-Standard.

Die Rettung kam bei einem Abendessen – obwohl ich das damals noch nicht wusste. Blankenese, Hamburg, ein Fischlokal an der Elbe. Ich war zu Besuch bei einem alten SAP-Kollegen – Jörg, einer dieser Menschen, die man einen SAP-Guru nennt, ohne dass es kitschig klingt. Mit dabei: Daniel, damals mein erster Mitarbeiter, für den es die allererste Dienstreise war. Am Fischtisch saß er nicht – wir zwei alten Hasen wollten in Ruhe reden. (Daniel, falls du das jemals liest: Den Steinbutt tut mir bis heute leid.)

Wir tranken einen weißen Burgunder, ich versuchte zum dritten Mal, meinen Firmennamen zu erklären. Jörg unterbrach mich, hob das Glas und sagte einen einzigen Satz:

„Martin, du hast die Cloud in deiner DNA.“

Kein Vortrag. Keine Analyse. Ein Satz.

Am nächsten Morgen bin ich in einem Hamburger Hotelzimmer aufgestanden, habe aus dem Fenster geschaut und gedacht: CloudDNA – das wäre ein geiler Name. Zwei Wochen später hieß die KSIC GmbH nicht mehr KSIC. Und Daniel hat seither noch viele Dienstreisen gemacht, allerdings meistens mit am Tisch.

Chapeau, Jörg. Ohne diesen einen Satz an diesem einen Tisch säßen wir hier vermutlich immer noch als KSIC – und du müsstest beim nächsten Wiedersehen wieder erklären, was die vier Buchstaben eigentlich bedeuten. Ein Abendessen, das sich gelohnt hat. Ein Kollege, den man behalten sollte.

Was blieb, sind drei Dinge, die den Betrieb seit dem ersten Tag prägen – und mich als Menschen sowieso:

  • Die Liebe zu gutem Essen und aufrichtigem Wein. Wichtige Entscheidungen fallen bei uns nicht in Konferenzräumen. Sie fallen an Tischen mit gutem Licht.
  • Das Reisen – mit Kunden in ganz Europa, mit dem eigenen Team in Regionen, aus denen wir Talente holen oder in denen wir Kunden begleiten. Jede zweite Reise wird zur Weinreise, ob wir es geplant haben oder nicht.
  • Das Südburgenland als Basis – die Thermenregion, die Weinregion. Nicht Wien, nicht Berlin, nicht San Francisco. Wir sitzen dort, wo unser Team lebt, und schöpfen aus zwei Talentschmieden, die man auf keiner Weltkarte findet: der HTL Pinkafeld und der FH Burgenland. Ohne die beiden gäbe es diese Firma nicht.

Angefangen haben wir in einem winzigen Büro in Oberwart. Heute sitzen wir in der ehemaligen Raiffeisenbank in Loipersdorf, direkt in der Thermenregion. Ein Gebäude, das schon einmal einen anderen Bezug zum Geld hatte – passend für eine Software, die Rechnungen bezahlt. Von bescheidenen Anfängen zu einem Ort mit etwas mehr Platz: Das ist Fortschritt.

Aus dem Duo mit Daniel ist inzwischen ein Team von mehr als zwanzig Menschen geworden. Wir haben siebzehn Bücher bei SAP Press veröffentlicht – bunt gemischt, aber immer aus der Praxis, nie aus dem Marketing. Das ist die Sorte Kilometerstand, die man nicht ausdenken kann.

Unser Motto – „We deliver“ – meint zwei Dinge: Kundenaufträge, und ein Glas Wein im richtigen Moment. Wir sehen uns als modernes, agiles SAP-Startup. Wir sind nicht die Titanic der Beratungshäuser, wir sind ein Regattaboot. Schneller Kurswechsel, kleiner Wendekreis, keine drei Wochen Meeting-Marathon, bis eine Entscheidung fällt. The Sky is the Limit. Und ja – die Cloud ist manchmal wolkig. Aber genau dafür haben wir sie ja in den Genen.

Warum überhaupt eine Tailor-Familie

Wir haben uns neu erfunden. Weil die KI uns dazu gezwungen hat.

Ich habe die CloudDNA aufgebaut, um für Konzerne SAP-Integrationen zu bauen – schwere Software, in Monaten getaktet, mit Angeboten in sechsstelliger Höhe. In dieser Welt war Individualsoftware ein rotes Tuch. Für uns. Für unsere Kunden. Für alle. Man mied sie wie der Teufel das Weihwasser: zu teuer, zu langsam, zu riskant. Standard-Software mit hundert Kompromissen galt als das Vernünftige.

Bis 2023.

Als ich zum ersten Mal ernsthaft mit Sprachmodellen gearbeitet habe, wurde mir klar: Das ist keine graduelle Verbesserung. Das ist der Umbruch, der unser Handwerk umschreibt. Und für die Softwarehäuser – die Konzern-Berater, die SAP-Schmieden, die Nischen-Werkstätten – eine echte Bedrohung. Nicht in fünf Jahren. In eineinhalb.

Ich habe zwei Dinge daraus gemacht. Erstens: Ich habe mich selbst hingesetzt und Software gebaut – nicht, weil ich das besser kann als meine Leute, sondern weil ich verstehen wollte, wie sich unser Beruf verändert. Und weil ich glaube, dass man seinem Team nicht mit einer PowerPoint erklären kann, wie KI-gestützte Entwicklung funktioniert. Man muss es vorleben, nachts, am eigenen Editor, mit denselben Werkzeugen, die man ihnen empfiehlt.

Zweitens: Ich habe die Erkenntnis genommen und daraus eine Produktlinie gemacht. Denn die Kosten-Kurve hat sich verschoben. Was früher drei Monate und ein sechsstelliger Betrag war, geht heute in zwei Wochen. Nicht, weil Programmierer plötzlich zaubern. Sondern weil sie mit Copiloten arbeiten, die die Fleißarbeit übernehmen – und die Programmierer werden dadurch wieder das, was sie eigentlich sein sollten: Handwerker mit Kopf, nicht Tipper mit Zeitdruck.

Individualsoftware ist unter diesen Bedingungen kein Luxus mehr. Sie ist das Vernünftigste, was ein Softwarehaus einem Kunden anbieten kann.

Statt nur darüber zu reden, wollte ich es meinen Leuten vorleben. Also habe ich Domänen ausgesucht, die ich gut genug kenne – oder in denen ich Freunde habe, die mir jede Woche das Problem erklären, bis es sitzt –, um sie ehrlich zu bauen:

  • TaxTailor – für Steuerkanzleien, weil ein Freund mir bei einem Glas Wein von seinem Windows-Terminal-Server erzählt hat.
  • DineTailor – für die Gastronomie, weil ich seit Jahren an fremden Tischen sitze und Champagner an Wirte verkaufe.
  • StayTailor – für Hotellerie, weil die Thermenregion Loipersdorf voller Betriebe steckt, die sich unter dem Konditionen-Diktat der Portale ducken.
  • MeetingTailor – für Sitzungen und Gremien, weil in meinem Freundeskreis Stiftungsräte, Gemeinderäte und Vereinsvorstände immer wieder dieselbe Nachtszene beschreiben.
  • DocumentTailor – für SAP-Häuser, weil ich selbst fünfzehn Jahre lang Formulare auf den SAP Adobe Document Services gebaut habe und die Nachfolgefrage nicht länger unbeantwortet lassen wollte.
  • RecordTailor – für alle, die ein DMS brauchen, das nicht nur speichert, sondern liest. Weil ich zu oft am Tisch gesessen bin, an dem eine Buchhalterin heimlich Excel öffnet, weil das DMS zu langsam ist.
  • JournalTailor – für die Kreditorenbuchhaltung vor SAP, BMD und DATEV, weil ich in SAP-Projekten zu oft gesehen habe, wie Rechnungen abgetippt werden, obwohl die Buchung dahinter längst Routine ist. Und weil es für ein paar dieser Rechnungen in der Praxis ein eigenes Wort gibt: „Mafia-Rechnungen“.

Maßgeschneiderte Werkzeuge für Branchen, die von generischen Cloud-Portalen aus den USA seit Jahren schlecht bedient werden. Die CloudDNA ist deshalb kein SAP-Zulieferer mehr – sie ist ein Werkstattbetrieb mit einer wachsenden Produktlinie. Wirtschaftlich riskanter. Menschlich das Ehrlichste, was wir tun konnten.

Wenn dich JournalTailor überzeugt, ist das der Grund.

Die Familie der Tailors

Neun Geschwister – jeder für sein Handwerk.

Jeder Tailor teilt mit den Geschwistern die Grundlagen: denselben Sicherheitskern, dieselbe DSGVO-Konformität, dieselbe EU-Datenhaltung, dieselbe KI-Schicht. Aber die Sprache ist eine andere. DineTailor spricht von Bons, TaxTailor von Kanzleiprozessen, Weintailor vom Kellerbuch – und JournalTailor von Soll, Haben und Fundstelle.